Wovor hast du wirklich Angst? – und wovor nur scheinbar?

Dieser Beitrag ist eine Einladung zur radikalen Selbstbefragung. Statt Angst zu erklären, stellt er Fragen: Welche Ängste sind wirklich deine – und welche nur gelernt, übernommen oder bequem? Ein Text über Vermeidung, Mut und die feinen Linien zwischen Schutz und Stillstand. Kein Ratgeber. Kein Trost. Sondern ein Spiegel.

1/28/20262 min read

Wovor hast du Angst, wenn es still wird?
Nicht das laute, offensichtliche Fürchten – sondern das, das sich tarnt. Als Vernunft. Als Vorsicht. Als „Ich bin halt so“.

Hast du Angst zu scheitern – oder davor, es ernsthaft zu versuchen?
Angst, sichtbar zu werden – oder davor, dass niemand reagiert?
Angst vor Veränderung – oder vor dem Moment, in dem du merkst, dass du schon längst unzufrieden bist?

Welche Ängste hast du dir selbst beigebracht?
Welche wurden dir weitergereicht, gut verpackt als Lebenserfahrung, Fürsorge oder Realitätssinn?
Und welche trägst du immer noch mit dir herum, obwohl sie längst nicht mehr zu deinem Leben passen?

Wovor schützt dich deine Angst eigentlich?
Vor Schmerz? Vor Enttäuschung? Oder vor Erkenntnissen, die dein Selbstbild ins Wanken bringen könnten?
Was müsstest du über dich zugeben, wenn diese Angst plötzlich weg wäre?

Hast du Angst, falsch abzubiegen – oder nur davor, keinen vorgezeichneten Weg mehr zu haben?
Angst, Entscheidungen zu treffen – oder die Verantwortung dafür zu übernehmen, dass es dein Leben ist?

Wie oft nennst du Angst „Realismus“, damit du sie nicht hinterfragen musst?
Wie oft verwechselst du Sicherheit mit Stillstand, Kontrolle mit innerem Frieden?

Und Mut – was glaubst du eigentlich, was das ist?
Ein heroischer Akt? Ein lauter Sprung? Oder manchmal einfach das leise Aushalten dessen, was du bisher vermieden hast?

Was würdest du tun, wenn du deine Angst nicht bekämpfen müsstest – sondern ihr zuhören?
Was, wenn sie kein Feind ist, sondern ein Hinweis?
Ein Symptom, kein Urteil?

Welche Angst fühlt sich alt an – nicht wirklich deine, sondern übernommen?
Welche ist frisch, lebendig, vielleicht sogar ein Zeichen dafür, dass du dich entwickelst?

Und was vermeidest du konsequent, obwohl es dich gleichzeitig magnetisch anzieht?
Welche Gespräche, welche Entscheidungen, welche Wahrheiten schiebst du vor dir her – nicht aus Feigheit, sondern aus Gewohnheit?

Was wäre, wenn Mut nicht das Gegenteil von Angst ist, sondern die Bereitschaft, ihr nicht mehr blind zu folgen?
Wenn Mut bedeutet, die eigenen Ausreden zu erkennen – und trotzdem weiterzugehen?

Am Ende bleibt vielleicht keine klare Antwort.
Aber vielleicht eine ehrlichere Frage:
Welche Angst ist es wert, ernst genommen zu werden – und welche hält dich nur davon ab, lebendig zu sein?

Und wenn du ehrlich bist:
Wovor hast du wirklich Angst – und wovor tust du nur so?

Weiterdenken erlaubt. Meine Bücher findest du hier.