Welche Wahrheit versteckst du vor dir selbst?

Dieser Text stellt keine Antworten bereit. Er zieht dir langsam den Boden unter den Erklärungen weg, die du dir täglich erzählst. Über Selbsttäuschungen, innere Geschichten und die leise Wahrheit, die wir lieber überhören. Ein Blogbeitrag für alle, die bereit sind, sich selbst nicht mehr auszuweichen.

1/14/20261 min read

Wann hast du dir zuletzt selbst geglaubt?
Nicht die Version von dir, die gut funktioniert. Nicht die, die man herzeigen kann. Sondern die leise, unbequeme, die auftaucht, wenn niemand zuschaut.

Welche Geschichte erzählst du dir über dein Leben, damit es sich erträglicher anfühlt?
Ist es die vom „Ich kann gerade nicht“?
Oder die vom „Jetzt ist einfach nicht der richtige Zeitpunkt“?
Und seit wann benutzt du diese Sätze schon als Schutzschild?

Was genau würdest du verlieren, wenn du dir die Wahrheit eingestehst?
Das Bild von dir selbst?
Die Anerkennung anderer?
Oder nur die Ausrede, warum du dort stehen geblieben bist, wo es weh tut, sich zu bewegen?

Welche Entscheidung hast du rational erklärt, obwohl sie eigentlich aus Angst geboren war?
Und wie oft nennst du Angst „Vernunft“, damit sie gesellschaftsfähig bleibt?

Wenn niemand Erwartungen an dich hätte — nicht deine Familie, nicht dein Umfeld, nicht diese imaginäre Instanz namens „man“ — wie würde dein Leben aussehen?
Wen würdest du enttäuschen, wenn du ehrlich wärst?
Und warum wiegt diese Enttäuschung schwerer als deine eigene?

Welche Sehnsucht redest du dir klein, weil sie zu groß, zu unpraktisch oder zu unvernünftig klingt?
Und seit wann ist „realistisch sein“ eigentlich nur ein anderes Wort für Aufgeben?

Welche Rolle spielst du besonders überzeugend?
Die Starke?
Die Unabhängige?
Die Vernünftige?
Und was passiert, wenn du sie einmal ablegst — hast du Angst, dass dann nichts mehr übrig bleibt?

Welche Wahrheit meldet sich immer wieder leise bei dir, wird aber zuverlässig überhört?
Ist es die, die dich auffordert zu gehen?
Oder die, die dich auffordert zu bleiben?
Und warum ignorierst du sie, obwohl sie hartnäckiger ist als jede andere Stimme?

Wenn du heute Nacht niemandem Rechenschaft ablegen müsstest:
Welche Entscheidung würdest du treffen?
Welche Nachricht würdest du schreiben — oder nicht schreiben?
Welche Tür würdest du schließen, auch wenn du nicht weisst, was dahinter kommt?

Und die vielleicht wichtigste Frage:
Was kostet es dich, dir selbst nicht die Wahrheit zu sagen?

Ist der Preis wirklich niedriger als der Mut, ihn endlich zu bezahlen?

Wenn diese Fragen nachwirken, findest du in meinen Büchern mehr davon.
Keine Antworten. Nur Tiefe, Reibung und ehrliche Gedanken.