Do you feel at Home where your Thoughts are?

Wir wählen sorgfältig aus, wo wir wohnen, arbeiten und Urlaub machen. Doch die meiste Zeit verbringen wir an einem Ort, den wir kaum hinterfragen: in unseren Gedanken. Eine Einladung, den vielleicht wichtigsten Raum deines Lebens einmal genauer zu betrachten.

6/17/20262 min read

Modern luxury hotel room with neon pink and blue lighting and artistic wall graffiti.
Modern luxury hotel room with neon pink and blue lighting and artistic wall graffiti.

Wir Menschen machen uns erstaunlich viele Gedanken darüber, wo wir leben möchten. Die richtige Stadt. Das richtige Haus. Die richtige Einrichtung. Manche verbringen Wochen damit, die perfekte Lampe für ihr Wohnzimmer zu finden, und Jahre damit, die Unordnung in ihrem Kopf zu ignorieren.

Dabei verbringen wir den grössten Teil unseres Lebens an einem Ort, den wir kaum beachten: in unseren Gedanken.

Das ist bemerkenswert. Wir prüfen Hotels, lesen Restaurantbewertungen und vergleichen Matratzen, als hinge unser Wohlbefinden einzig und allein davon ab. Gleichzeitig akzeptieren wir jeden Gedanken, der zufällig in unserem Kopf auftaucht, als hätte er eine offizielle Einladung erhalten.

Gedanken geniessen bei uns eine erstaunliche Narrenfreiheit.

Ein Gedanke taucht auf und erklärt, dass du nicht gut genug bist. Ein anderer ist überzeugt, dass alle anderen ihr Leben besser im Griff haben. Ein dritter prognostiziert den sicheren Untergang wegen einer E-Mail, die seit drei Stunden unbeantwortet geblieben ist. Und anstatt diese Gäste höflich zur Tür zu begleiten, bieten wir ihnen einen bequemen Sessel an und hören ihnen jahrelang zu.

Manche Menschen glauben sogar alles, was sie denken.

Das ist ungefähr so vernünftig, wie jedem Fremden auf der Strasse sofort seine Kreditkarte auszuhändigen.

Nicht jeder Gedanke ist eine Erkenntnis. Viele sind einfach Gewohnheiten mit guter Öffentlichkeitsarbeit.

Interessanterweise würden wir viele Gedanken, die wir uns selbst täglich erzählen, von keinem anderen Menschen akzeptieren. Würde jemand morgens an unserem Frühstückstisch erscheinen und sagen: „Du bist übrigens immer noch nicht weit genug, nicht erfolgreich genug und wahrscheinlich auf dem falschen Weg“, würden wir ihn vermutlich hinauswerfen. Im eigenen Kopf darf dieselbe Stimme aber oft jahrzehntelang mietfrei wohnen.

Wahrscheinlich fühlen sich manche genau deshalb so erschöpft, obwohl sie den ganzen Tag nichts Schweres getragen haben. Wer ständig einen Koffer voller Selbstzweifel, Vergleiche und Katastrophenfantasien mit sich herumträgt, betreibt geistig gesehen Hochleistungssport.

Dabei formen Gedanken die Atmosphäre unseres Lebens. Sie bestimmen, ob unser inneres Zuhause weit und offen wirkt oder wie ein überfüllter Abstellraum, in dem seit Jahren niemand mehr aussortiert hat. Alte Ängste. Alte Urteile. Alte Geschichten darüber, wer wir angeblich sind. Alles wird aufgehoben. Man weiss ja nie…

Selbsterkenntnis beginnt oft nicht damit, neue Antworten zu finden. Sie beginnt damit, den Mut zu haben, einigen Gedanken die Kündigung auszusprechen.

Nicht jeder Gedanke verdient Aufmerksamkeit.

Nicht jede Überzeugung verdient Loyalität.

Und nicht alles, was sich vertraut anfühlt, ist wahr.

Deshalb eine Frage zum Schluss:

Wenn deine Gedanken ein Ort wären - ein Haus, eine Wohnung oder eine Stadt - würdest du dort freiwillig Urlaub machen?

Oder würdest du nach fünf Minuten das Weite suchen?

Die Antwort darauf könnte interessanter sein als die meisten Antworten, nach denen du gerade suchst.

Diese Seite enthält Geschichten, Gedanken und die eine oder andere unbequeme Frage.

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